Einschnitte. Veränderung der Industriearbeit in Köln-Kalk
Geschichte von unten
Kneipen, Kotelett, Karneval



Die Alltagsgeschichte der sog. kleinen Leute, die in den Geschichtsbüchern nicht vorkommen, interessiert Fritz Bilz besonders. Wie haben sie gelebt, gearbeitet, gefeiert. Wie sind sie gestorben, wie wurden sie verfolgt oder haben sich angepaßt. Der Begriff “Geschichte von unten” charakterisiert diese Art der Geschichtsforschung am besten.

Seit 1988 arbeitet Fritz Bilz in der Werkstatt für Ortsgeschichte Köln-Brück mit. Zahlreiche Artikel von ihm sind in den bisher erschienenen fünfzehn Publikationen vertreten. So hat er sich unter anderem folgenden Themen gewidmet:
- Kriegswirren während der französischen Besatzung Anfang des 19. Jahrhunderts
- Entstehung der Brücker Sozialdemokratie
- Verfolgung und Gegenwehr in der NS-Zeit
- Kohlenhändler in Brück
- Kiesabbau und Feldbrandziegel
- Eingemeindung von Brück nach Köln
- Die Zeit der Lebensmittelmarken
- Die Brücker Ortsausschüsse
- Die Polizei vom Mittelalter bis 1914
- Siedlungswesen in Brück
- Die rechtsrheinischen Ortsausschüsse
- Die Geschichte des Brücker Kneipenwesens
- Zwangsarbeit
- Juden in und um Brück
- Die Geschichte des Königsforsts


Viele Führungen zu alltagsgeschichtlichen Themen wurden und werden von ihm initiiert und betreut. Seit 2005 führt Fritz Bilz jährlich historische Führungen für die beiden dritten Schuljahre der Gemeinschaftsgrundschule Köln-Brück und seit einigen Jahren eine für das sechste Schuljahr der Realschule Köln-Brück durch.

1996 war Fritz Bilz maßgeblich an der Gründung der Werkstatt für Industriegeschichte Köln-Kalk beteiligt. Sechs Publikationen wurden bisher herausgegeben. Bei der ersten - "Einschnitte, Veränderung der Industriearbeit in Köln-Kalk" - war er der Herausgeber. Die historischen Artikel stammen zumeist aus seiner Feder.
In der zweiten Publikation “Kalk in der Zeit des Nationalsozialismus” hat er den Teil über die Rolle der Kalker Unternehmen in der NS-Zeit erforscht. Im dritten Band „Kalker Leben“ – einem Bildband – hat er das Kapitel „Freizeit, Feiern, Vereinsleben“ inhaltlich gestaltet. 2009 wurde die Publikation „Der alte Friedhof in Köln-Kalk, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“, die in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Architektur an der Fachhochschule Köln entstanden ist, unter maßgeblicher Mitarbeit von Fritz Bilz fertig gestellt.

2010 erschienen ist das von der Geschichtswerkstatt Kalk heraus gegebene Buch „Unangepasst und widerborstig. Der Kölner Karnevalist Karl Küpper 1905-1970“, das Fritz Bilz verfasst hat. Er hat auch die historische Führung durch Kalk konzipiert, die inzwischen von mehreren Mitgliedern der Geschichtswerkstatt über 20 Mal durchgeführt wurde.

2012 wurde durch Frau Melek Ikiz eine Unterrichtsreihe für Grundschulkinder zur Kalker verfasst, die mit einem Vorwort von Fritz Bilz in einer von ihm überarbeiteten und ergänzten Fassung durch die Kalker Geschichtswerkstatt herausgegeben wurde. Sie wurde allen Grundschulen in Kalk und Humboldt-Gremberg kostenlos zur Verfügung gestellt.

2013 wurde von der Kalker Geschichtswerkstatt die Publikation „Kalker Köpfe – herausragende Lebensgeschichten“ veröffentlicht. Neben drei von ihm verfassten Biografien von Menschen aus diesem Viertel hat Fritz Bilz vier Autorinnen und Autoren dabei unterstützt, ihre ersten eigenen Aufsätze über herausragende Kalker zu veröffentlichen.

Zur 100-jährigen Zugehörigkeit von Brück zu Köln im Jahre 2014 ist unter maßgeblicher Beteiligung von Fritz Bilz die Broschüre „100 Jahre Köln-Brück 1914 bis 2014“ herausgegeben worden. Bei der von über 6.000 Menschen besuchten Eingemeindungsfeier auf dem Brücker Markt konnte die Brücker Geschichtswerkstatt somit die historischen Hintergrundinformationen liefern.

Zusammen mit Mitgliedern der Kalker Geschichtswerkstatt wurde die seit zehn Jahren von Fritz Bilz durchgeführte historische Führung durch den Stadtteil vollkommen überarbeitet und wird jetzt unter Einbezug von Zeitzeugen unter dem Titel „Arbeiten und Leben in Kalk“ angeboten.




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